Pflegestufe ermitteln

Die Ermittlung des Pflegebedarfs zur Einstufung in eine Pflegestufe erfolgt für fast alle Verrichtungen der Grundpflege über sogenannteZeitorientierungswerte zur Pflegezeitbemessung.

Eine genaue Dokumentation durch das Führen eines Pflegetagebuches ermöglicht es Ihnen, den MDK auf Pflegeerschwernisse genau und nachvollziehbar aufmerksam zu machen.

Der Gutachter kann von den Zeitorientierungswerten abweichen, wenn er dies begründet.

Was wirkt erschwerend, was wirkt pflegeerleichternd?(Lesen Sie bitte dazu den verwandten Artikel:Pflegestufen)

Zeitorientierungswerte bei der alleinigen Pflege (vollständige Übernahme) durch Angehörige oder andere Laien:

Körperpflege in Minuten

Ganzkörperwäsche 20 – 25

Teilwäsche Oberkörper 8 – 10

Teilwäsche Unterkörper 12 – 15

Teilwäsche Hände/Gesicht 1 – 2

Duschen 15 – 20

Baden 20 – 25

Zahn- und Mundpflege 5

Kämmen 1 – 3

Rasieren 5 – 1

Darm- und Blasenentleerung Minuten

Wasserlassen 2 – 3

Stuhlgang 3 – 6

Richten der Bekleidung 2

Windelwechsel nach Wasserlassen 4 – 6

Windelwechsel nach Stuhlgang 7 – 10

Wechseln kleiner Vorlagen 1 – 2

Wechseln/Entleeren Urinbeutel/Nachtstuhl 2 – 3

Wechseln/Entleeren eines Stomabeutels 3 – 4

Ernährung in Minuten

Mundgerechte Zubereitung 2 – 3

Nahrungsaufnahme oral 15 – 20

Sondenkost 15 – 20

Mobilität in Minuten

Aufstehen/Zu-Bett-Gehen 1 – 2

Umlagern 2 – 3

Ankleiden gesamt 8 – 10

Ankleiden Ober-/Unterkörper 5 – 6

Entkleiden gesamt 4 – 6

Entkleiden Ober-/Unterkörper 2 – 3

Stehen/Transfer 1

Hilfebedarf wird oft übersehen, nicht als solcher erkannt oder schlichtweg gegenüber dem MDK nicht erwähnt, z.B.:

Hilfe durch eine 2. Pflegeperson (beim Baden, Aufstehen)Nächtlicher Hilfebedarf (Lagerungswechsel, Wechsel von Inkontinenzartikeln)
Erschwerte Pflege durch Abwehrverhalten des PatientenFortschreitende Demenz und dadurch zusätzliche Hilfen in Pflege, Hauswirtschaft, allgemeiner Betreuung und BeaufsichtigungMundgerechte
Zubereitung von Speisen und Getränken (Schälen von Obst), Anleitung, Aufforderung, Erinnerung und Hilfestellungen bei der Nahrungsaufnahme, speziell bei Demenz, Antriebslosigkeit oder AppetitlosigkeitZusätzliche, auch minimale Gabe von oraler Kost oder Getränken (orale Stimulation) bei Ernährung über SondeIntensivere Körperpflege durch Verschmutzung bei der Nahrungsaufnahme, Inkontinenz oder SchwitzenAllgemeine Hygienemaßnahmen (z.B. Händewaschen nach Toilettengängen oder vor den Mahlzeiten)Mundpflege, mindestens 3x täglich, auch bei Pflegebedürftigen ohne natürliche Zähne oder Prothesen und bei SondenkostBegleitende Toilettengänge in Anzahl und Hilfeaufwand, sowie das Ordnen der Kleidung danachDer Aufwand für häufige Stuhlgänge oder die Reinigung nach dem Schmieren mit ExkrementenDas Zurückbringen ins Bett, vor allem bei DemenzkrankenEinsatz von Lagerungshilfen und Häufigkeit des Lagerungswechsels (Dekubitusprophylaxe)An- und Ausziehen von Hilfsmitteln (Kompressionsstrümpfe, orthopädische Schuhe, Prothesen usw.)Transfer des Pflegebedürftigen zu allen Verrichtungen (z.B. im Rollstuhl) oder in Begleitung beim Gehen ins Bad und zurück, Hilfe beim Überwinden von Treppen oder StufenNotwendige Arztbesuche (oder andere Behandlungen), inklusive Wartezeit und verbundenen pflegerischen Aufwand, wenn diese regelmäßig, mindestens 1x pro Woche und auf Dauer (mindestens 6 Monate) erforderlich sind